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Bericht der TAZ, über das Islamische Zentrum Hamburg

Bericht der TAZ, Osterausgabe vom 10/11/12/13.04.2009, über das Islamische Zentrum Hamburg und seinem Vorsitzenden, Herrn Ayatollah Seyyed Abbas Hosseini Ghaemmaghami

Im Bericht wird die Imam-Ali-Moschee an der Außenalster in Hamburg als eine der Sehenswürdigkeiten Hamburgs genannt und Herr Ayatollah Ghaemmaghami als fortschrittlicher Ayatollah und Vordenker beschrieben. Seine Bemühungen um den Dialog mit Nicht-Muslimen sowie seine Beteiligung am öffentlichen Diskurs werden hervorgehoben, dies werde auch sichtbar in den Interviews mit deutschen Medien wie z.B. dem Stern, der Frankfurter Allgemeine Zeitung sowie der Zeitschrift Cicero. Danach seien die Muslime verpflichtet, sich in die Gesellschaft zu integrieren, ebenso gebe es aus islamischer Sicht keinerlei Probleme, in einem demokratischen Rechtsstaat zu leben.
Der TAZ-Artikel bemerkt, es „ist noch nicht heraus“, ob die Aktivitäten des Ayatollahs der Anfang einer eigenständigen theologischen Tradition europäischer Muslime seien, seine Reaktionen weisen jedoch in diese Richtung, wie z.B. sein Rechtsgutachten (Fatwa) gegen den Terror, sein Offener Brief an die Frankfurter Familienrichterin, die das Schlagen der Ehefrau aus islamischer Sicht als erlaubt darstellte. In dieser Stellungnahme verurteilte Ayatollah Ghaemmaghami eine "Kultur der Männer", die dem islamischen Verständnis von außen aufgezwungen werde, und bezeichnete es als eine "Pflicht des Islam", diese Kultur zu bekämpfen, die eine "Kultur der Torheit" sei. Dazu passe auch, dass er in Predigten, die im Internet zugänglich sind, den defensiven Charakter der koranischen so genannten Kriegsverse betont und auf das koranische Verbot verweist, in der Religion Zwang auszuüben. Als Symbolpolitik wird seine Anregung tituliert, als Basis für die Berechnung des islamischen Kalenders (Bestimmung der Feiertage und Beginn und Ende des Fastenmonats Ramadan) den hiesigen Horizont und dementsprechend die lokale Mondsichtung zu wählen, anstatt die Gegebenheiten der jeweiligen Ursprungsländer der hier lebenden Muslime.
Auch wenn nach Aussage der TAZ das Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz in seinem Bericht 2007 das Islamische Zentrum als „Instrument der iranischen Staatsführung“ einschätzt, sehe das IZH sich im eigenen Selbstverständnis offen für alle Richtungen und Ethnien der islamischen Gemeinschaft. Dies findet sowohl seinen Ausdruck in der Einbeziehung der Sunniten als auch im Engagement des Zentrums in der Hamburger Schura, dem Dachverband der Hamburger Moscheegemeinden, in dem Schiiten in der Minderheit sind. Es habe sich eine interreligiöse Toleranz entwickelt, die sich um Zusammenarbeit bemüht, ohne irgendwelche offen formulierte Überlegenheitsansprüche.
Der aus einer alten, angesehenen Tehraner Familie stammende Ayatollah, dem Rang nach einem Kardinal entsprechend, habe sich als Theologe vor allem mit den Grundlagen des Itschtihad befasst, der selbstständigen Interpretation des islamischen Rechts. Ayatollah Ghaemmaghami habe sich in seinem Studium nicht nur mit islamischer Theologie beschäftigt, sondern auch mit westlichen Philosophen wie Kant und Gadamer. In den 90er Jahren ging er als Gastdozent an die Elite-Universität Berkeley in San Francisco, bevor er einige Jahre als Juniorprofessor an Teheraner Universitäten lehrte.