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Home :: Freitagsgebet :: Archiv :: 14.07.2010 - Die Bedeutung des Monats Radschab
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Redner: Hojjatolislam Dr. Masoumi/ Stellvertretender Imam des Islamischen Zentrums Hamburg

Die Bedeutung des Monats Radschab

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
 
Ich rate mir selbst und Ihnen zu Gottesfurcht. Wir danken Gott dafür, dass er uns unser Leben geschenkt, uns als Menschen erschaffen und uns die Kraft des Verstands verliehen hat. Er schuf die Welt, gab uns Seine unzähligen Gaben und Zuwendungen und erwählte uns zum höchsten Geschöpf. Er lehrte uns, Ihn zu rufen und Ihn zu lieben; Er pflanzte Seine Liebe in unsere Herzen und ließ uns die Liebe der besten Seiner Geschöpfe, nämlich der Unfehlbaren (a.s.), zugute kommen, und dafür sind wir Ihm dankbar. Wir danken Ihm, dass Er uns zum Denken befähigt hat, uns die Gabe des Lachens, der Lebensfreude und der Liebe geschenkt hat, wir Freude und Kummer nachempfinden können, und für all Seine Güte und Barmherzigkeit.
 
Der Monat Radschab wurde der Monat Gottes genannt und ist eine der wichtigsten dieser göttlichen Gaben, mit denen wir Ihm näher kommen können. In diesem Monat gilt es für alle Gottesdiener, ihren Herrn mehr als in jedem anderen Monat zu beachten, und Ihn ständig vor Augen zu haben. Alle Propheten Gottes wurden entsandt, um zu verhindern, dass die Menschheit Gott in Vergessenheit geraten lässt. Radschab ist ein Monat, der es dem Menschen erlaubt, nach monatelanger Beschäftigung mit seinem Alltagsleben, die Schleier von seinem Herzen zu entfernen, damit es das spirituelle, göttliche Licht und die göttliche Manifestation wiederspiegelt. Dies ist ohne Gottgedenken und Anrufung Gottes nicht möglich. Der Monat Radschab ist daher ein Monat des Gottgedenkens und der Beachtung des göttlichen Wesens; er ist ein Monat, in dem jeder Gottesdienst den Menschen schnell Gott nahe bringt.
 
An einem Tag im Monat Radschab kam eine Person zum edlen Propheten (s.a.s.) und wurde gefragt: „Hast Du an diesem Monat schon gefastet?“
„Nein“
„Damit ist Dir die Belohnung für tausend Jahre Gottesdienst entgangen.“ Entgegnete der Prophet.
 
Zu den wichtigsten Dingen, die uns helfen können, den Monat Radschab besonders segenreich zu gestalten, gehören die Gottesfurcht und das Vermeiden von Sünde. Wenn jemand diesen Monat hinter sich bringt wie jeden anderen Monat auch, kann er schließlich nicht behaupten, einen besonders segenreichen, göttlichen Monat gehabt zu haben. Dass Gott diesen Monat nach sich selbst benannte, zeugt davon, dass der Mensch in diesem Monat göttlich zu sein hat, und wenn er in diesem Monat seinem Herrn kein Stück näherkommt, kann er nicht behaupten, einen göttlichen Monat hinter sich gebracht zu haben. Gottesfurcht und die Annäherung zu Gott sind in diesem Monat untrennbar miteinander verflochten. Somit kann man alles, was man als Wirkung der Gottesfurcht zählt, auch zu den Wirkungen dieses Monats zählen.
 
Gott sagte: „Wer Gott fürchtet, dem schafft Er aus jeder Not einen Ausweg.“[1] Eine sichere Wirkung der Gottesfurcht ist also, dass man einen Ausweg findet, wenn man nicht mehr weiter weiß. Gott zeigt einem gottesfürchtigen Menschen in Not nicht nur einen Ausweg, Er beschenkt ihn auch mit unzähligen anderen Gaben. Somit können wir den Ausweg aus einer individuellen bzw. gesellschaftlichen Sackgasse als eine Wirkung des Monats Radschab ansehen. Wenn die Menschen bemüht sind, sich gegenseitig von jeder Sünde, Unterdrückung und jedem Unrecht abzuhalten, dann besteht für die jeweilige Gesellschaft die Hoffnung, einen Ausweg aus ihrer gesellschaftlichen Not zu finden.
 
Gott sagt: „Wenn ihr Gott gegenüber fromm seid, verleiht Er euch ein klares Entscheidungsvermögen…“[2] Gottesfurcht verleiht also dem Menschen die Fähigkeit, klar zwischen gut und verwerflich unterscheiden zu können. So kann man diesen Monat auch als Monat des Bewusstseins und der Wahrnehmung bezeichnen, als Monat der Erlösung von Unwissenheit, als Monat der Erkenntnis von Recht und Unrecht. Die sogenannten „Radschabiun“ sind wissende Menschen, die nicht von Ruhm, Zorn, Wohlstand und Macht geblendet wurden. Sie sind die Reinen, die aufgrund von Gottesfurcht vom Paradies erfahren haben, Gott hat Wissen oftmals als Wirkung der Gottesfurcht bezeichnet. „Fürchtet Gott, auf dass Er euch belehrt“. Der Mensch wird in diesem Monat zu einem Schüler Gottes, vorausgesetzt, er unterscheidet zwischen diesem Monat und den anderen und bewahrt Gottesfurcht. Die befreiten Menschen sind stets weise und gebildete Menschen, die von Wissen und Gottesfurcht beflügelt sind, wie helle Lichter die menschlichen Gesellschaften beleuchten und allen Menschen den Weg zu Gott zeigen.
 
Die Weisen und Denker, die Gott als Quelle des Wissens für die Menschheit bestimmt, und im Hinblick auf die Er geboten hat: „so fragt die, welche die Ermahnung besitzen, wenn ihr nicht wisst…“[3], sind erlöste Quellen des Wissens.
 
Der Monat Ramadan hat als der beste Monat des Jahres den Monat Scha’aban als Einleitung, der wiederum nicht ohne seine Einleitung, nämlich den Monat Radschab, den Monat Gottes, wahrgenommen werden kann. Es ist nicht möglich, den Monat Ramadan wahrzunehmen und ihn zu nützen, ohne vorher den Monat Radschab durchlaufen zu haben. Und der Friede und die Gnade Gottes und Seine Segnungen seien mit euch.


[1] 65:2
[2] 8:29
[3] 16:43