Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 97005
Datum der Veröffentlichung : 4/2/2016 6:03:22 PM
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Islamkunde 163 _ Islam und moralische Rechte 8

Freitagsansprache von 27.11.2015

von Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg e.V.

Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Die Erziehung der Körperteile stellt für die Entwicklung und der Vollkommenheit des Menschen eine notwendige Angelegenheit dar, da diese Körperteile nicht nur für die materielle Verwendung und für weltliche Gelüste erschaffen worden sind. Der gläubige und fromme Mensch kann nämlich all seine Körperteile dazu verwenden und nutzen, um seine Ziele zu erlangen. Ein Körperteil, wie beispielsweise die Hand, kann nämlich sowohl bei der Bedienung des Individuums selbst, als auch bei der Hilfe und Dienstleistung für andere Menschen eine besonders wichtige und tragende Rolle spielen. Aus diesem Grund kann die Hand zwar einerseits eine Quelle für zahlreiche gute Taten darstellen aber andererseits auch eine Quelle und einen Ursprung für viele Sünden bilden.

Der allmächtige Gott offenbart nämlich auch im 41. Vers der heiligen Sure Ar-Rum folgendes: "ظَهَرَ الْفَسادُ فِي الْبَرِّ وَ الْبَحْرِ بِما كَسَبَتْ أَيْدِي النَّاسِ لِيُذيقَهُمْ بَعْضَ الَّذي عَمِلُوا لَعَلَّهُمْ يَرْجِعُون " " Unheil ist auf dem Festland und auf dem Meer sichtbar geworden um dessentwillen, was die Hände der Menschen gewirkt haben, auf dass Er sie die (Früchte) so mancher ihrer Handlungen kosten lasse, damit sie sich besännen." (Ar-Rum | 30: 41).

In der heiligen Sure Ash-Shura wird nämlich auch folgendes offenbart:                                  " وَ ما أَصابَكُمْ مِنْ مُصيبَةٍ فَبِما كَسَبَتْ أَيْديكُمْ وَ يَعْفُوا عَنْ كَثير " " Und was euch an Unglück treffen mag, es erfolgt auf Grund dessen, was eure Hände gewirkt haben. Und Er vergibt vieles. " (Ash- Shura | 42: 30).

Manchmal begeht der Mensch mit genau diesen Händen auch sehr unangemessene und schlechte Taten, wie beispielsweise Mord und Totschlag oder führt zur Ausübung weiterer unangemessener und schlechter Taten. Im heiligen Koran wird nämlich die Aussage von Abel folgendermaßen wiedergegeben und offenbart:                                                                 " لَئِنْ بَسَطْتَ إِلَيَّ يَدَكَ لِتَقْتُلَني‏ ما أَنَا بِباسِطٍ يَدِيَ إِلَيْكَ لِأَقْتُلَكَ إِنِّي أَخافُ اللَّهَ رَبَّ الْعالَمين" " Wenn du auch deine Hand nach mir ausstreckst, um mich zu erschlagen, so werde ich doch nicht meine Hand nach dir ausstrecken, um dich zu erschlagen. Ich fürchte Allah, den Herrn der Welten und würde niemals eine solche Sünde begehen." (Al- Ma’ida | 5: 28).

 

Das Recht der Hand

In den moralischen Diskussionen wurden alle Pflichten und Aufgaben jedes einzelnen Körperteils ausführlich erklärt, sodass der Mensch sich über all diese Pflichten und Aufgaben informieren muss, um die Rechte seiner einzelnen Körperteile auf akkurate Art und Weise zu erfüllen. In der heiligen Rede seiner Exzellenz, Imam Sajad (A.S.), wird auch überliefert, dass ein Gläubiger und Frommer und auch jeder Mensch auf dieser Welt, die Rechte seiner einzelnen Körperglieder vollständig kennen und sie auch auf akkuratem Weg zum Einsatz bringen sollte. Er äußert in diesem Zusammenhang nämlich folgendes:

"وَ أَمَّا حَقُّ يَدِكَ فَأَنْ لَا تَبْسُطَهَا إِلَى مَا لَا يَحِلُّ لَكَ فَتَنَالَ بِمَا تَبْسُطُهَا إِلَيْهِ مِنَ اللَّهِ الْعُقُوبَةَ فِي الْأَجَلِ وَ مِنَ النَّاسِ بِلِسَانِ اللَّائِمَةِ فِي الْعَاجِلِ وَ لَا تَقْبِضَهَا مِمَّا افْتَرَضَ اللَّهُ عَلَيْهَا وَ لَكِنْ تُوَقِّرَهَا بِقَبْضِهَا عَنْ كَثِيرٍ مِمَّا يَحِلُّ لَهَا وَ بَسْطِهَا إِلَى كَثِيرٍ مِمَّا لَيْسَ عَلَيْهَا فَإِذَا هِيَ قَدْ عُقِلَتْ وَ شُرِّفَتْ فِي الْعَاجِلِ‏ وَجَبَ لَهَا حُسْنُ الثَّوَابِ فِي الْآجِلِ"

"Das Recht der Hände besteht jedoch darin, dass du sie nicht in die Richtung von Dingen ausstreckst, die dir islamrechtlich nicht erlaubt sind damit dir nicht, mit deren Erlangung, die göttliche Strafe im Jenseits und die Verurteilung und Vorwürfe der anderen Menschen im Diesseits zum Verhängnis werden! Und du darfst sie nicht vor den göttlichen Verpflichtungen schließen, sondern du musst deine Hände respektieren und sie vor der Durchführung islamrechtlich verbotener Taten bewahren. Und du solltest sie auch für die Taten, zu denen dich der allmächtige Gott nicht verpflichtet hat (also islamrechtlich empfohlene Taten ("mostahab")) zum Einsatz bringen. Und da deine Hände sich im Diesseits gegen islamrechtlich verbotene Dinge und Taten gestellt haben, und sich selbst respektiert haben, und den Weg der Rationalität gewählt haben, verdienen sie verpflichtend im Jenseits zahlreiche gute Segen [seitens des allmächtigen Gottes]."[1]

Wenn man diese Überlieferung genauer betrachtet, erkennt man schnell, in welchem Ausmaß und wie genau und vertieft seine Exzellenz (A.S.) die Pflichten des Menschen seiner Hände gegenüber erwähnt und aufzählt.

Im selben Zusammenhang existiert eine Überlieferung zur Exzellenz, Imam Sadegh (A.S.), in welcher folgende Rede seinerseits geäußert wird: " فَرَضَ اللَّهُ عَلَى الْيَدَيْنِ أَنْ لَا يَبْطِشَ بِهِمَا إِلَى مَا حَرَّمَ اللَّهُ وَ أَنْ يَبْطِشَ بِهِمَا إِلَى مَا أَمَرَ اللَّهُ عَزَّ وَ جَلَّ وَ فَرَضَ عَلَيْهِمَا مِنَ الصَّدَقَةِ وَ صِلَةِ الرَّحِمِ وَ الْجِهَادِ فِي سَبِيلِ اللَّهِ وَ الطَّهُورِ لِلصَّلَاةِ فَقَالَ: «يا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا إِذا قُمْتُمْ إِلَى الصَّلاةِ فَاغْسِلُوا وُجُوهَكُمْ وَ أَيْدِيَكُمْ إِلَى الْمَرافِقِ وَ امْسَحُوا بِرُؤُسِكُمْ وَ أَرْجُلَكُمْ إِلَى الْكَعْبَيْن»"

"Der allmächtige Gott hat den Händen aufgetragen, sich nicht in die Richtung von Dingen zu erstrecken, welche vom allmächtigen Gott verboten wurden, und sich an die Gebote des allmächtigen Gottes zu halten. Und er hat die zwei Hände dazu verpflichtet, Almosen zu geben, Verwandte regelmäßig zu Besuchen, den Jihad auf dem Weg Gottes zu gehen und die rituelle Waschung und Reinigung vor dem Gebet zu verrichten. Daraufhin verwies er auf einen heiligen Koranvers und äußerte folgendes: " O ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr euch zum Gebet begebt, so wascht euer Gesicht und eure Hände bis zu den Ellenbogen und streicht über euren Kopf und wascht eure Füße bis zu den Knöcheln. Und wenn ihr im Zustande der Unreinheit seid, so reinigt euch."(Al- Ma’ida | 5: 6)."[2]

 

Die bedeutendsten Funktionen der Hand

Mit diesen Händen geht der Mensch einen Pakt und ein Versprechen mit seinem Imam ein und legt die Richtung seines persönlichen Weges fest. Der göttliche Mensch achtet nämlich darauf, diese Hand niemals auf einem vom allmächtigen Gott verbotenen Weg einzusetzen und die Rechte der Hand vollkommen einzuhalten und sich dadurch eine Zeugenaussage zu seinem Gunsten einzuholen. Und außerdem sind es auch diese Hände, mit denen der Mensch schreibt und viele Menschen leitet. Es kann auch sein, dass der Mensch mit genau diesen Händen eine Tat begeht, welche die Gedanken der Menschen fehlleitet und irre führt oder sie mit ernsthaften Konflikten konfrontiert.

Demzufolge sollte man den Bewegungsweg der Hände mittels göttlicher Gebote anpassen und sie dadurch zu den besten Gefährten auf dem Weg der persönlichen Entwicklung und Vollkommenheit einsetzen und diese Hände stets auf dem Weg des Guten sich selbst gegenüber als auch anderen Menschen gegenüber zu verwenden.



[1] Ibn Shobeh Harani, Hassan Ibn Ali. Tohaf Aloghool. S.257. Qom. Jame’eh Modaresin. 2. Auflage. 1363 islamisch-arabische Zeitrechnung. " تحف العقول "

[2] Koleyni, Mohammad Ibn Yaghoub. Alkafi. Bd. 2. S. 36. Hadith 1. Tehran. Darol Ketabol Eslami. 4. Auflage. 1407 islamisch-arabische Zeitrechnung. " الكافي "



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