Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 56870
Datum der Veröffentlichung : 8/5/2014 12:04:51 PM
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Iftar-Empfang der Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands (IGS)

am Dienstag, den 8. Juli 2014, hatte die IGS sich die Ehre, einen Iftar-Empfang zu organisieren. Iftar ist der arabische Begriff für das tägliche Fastenbrechen am Abend im Monat Ramadan. Der Einladung sind zahlreiche Gäste aus Politik, Wissenschaft, Verbänden und Organisationen gefolgt. Zu den Ehrengästen gehörten Frau Staatsministerin Özoguz (SPD) und Herr Prof. Udo Steinbach

Zunächst hat Herr Kaymakçı, Vorstandsmitglied für Recht und Struktur, den Anwesenden die IGS vorgestellt. Danach hat der stellvertretende Vorsitzende, Herr Dr. Amer, die Botschaft von Sayyid Kashmiri, Vertreter von Großayatullah Sayyid Sistani in Europa und Nordamerika, verlesen. Darin sagt Herr Kashmiri, dass der Koran daran erinnere, dass alle Menschen einander Verwandte sind, und deshalb alle Bewertungen der Menschen auf Basis von Rasse, Ideologie oder Nationalität falsch und nichtig seien. Der Mensch habe eine sehr wichtige Aufgabe, d.h. das Leben in jeder Hinsicht zu entwickeln und es zur Blüte zu bringen. Diejenigen, welche in jeglicher Form dabei seien, die Zivilisation zu zerstören und Unheil auf Erden zu säen, seien von der göttlichen Gnade fern.

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Dieser Botschaft folgte ein Grußwort des IGS-Vorsitzenden, Herrn Hujjatul-Islam Khalilzadeh. Er hob in seiner Rede hervor, dass die Lösung für die Herausforderungen der Zukunft in der Bildung und Kultur liege und wir alle dies Hand in Hand anstreben müssen. Um das zu gewährleisten, müsse die allgemeine Sicherheit in der Gesellschaft wie auch die Läuterung des Menschen erreicht werden. Die Läuterung gehe aber mit der spirituellen Erhöhung des Menschen einher. Um dies zu erreichen, müsse man sich von den irdischen Gefängnissen befreien. Der heilige Monat Ramadan biete diesbezüglich eine sehr gute Möglichkeit, und dieser ist auch für genau diesen Zweck vorgesehen. Dieser Monat sei ein Monat der Liebe, Toleranz und Selbstlosigkeit.

Anschließend hat Frau Staatsministerin Özoguz einige Worte an die Anwesenden gerichtet. Frau Bundestagsabgeordnete Gioussouf (CDU) hielt ebenfalls ein Grußwort an die Anwesenden. Ayatullah Dr. Ramezani, Vorsitzender des Gelehrtenrates der IGS, hielt eine kurze Rede an die Gäste und hob die Bedeutung des Monats Ramadan hervor. Hierbei äußerte er, dass der Ramadan zahlreiche individuelle und gesellschaftliche Vorteile mit sich führe, daher habe der allmächtige Gott das Fasten für alle Menschen als verpflichtend erachtet. Dazu sagte er u.a., dass man aus solchen Bittgebeten wie "O Allah beseitige alles Armut" die Universalität des Ramadan  sehen könne. Es sei nicht nur für Muslime gedacht, und deshalb habe es auch das Fasten in allen himmlischen Religionen gegeben. Er sagte, dass der Islam in Bezug auf Beziehungen auf Verbindungen, wie beispielsweise die Beziehung des Menschen zu Gott, die Beziehung des Menschen zu sich selbst und auch die Beziehung des Menschen zu anderen Menschen, bestehen und diesen eine besondere Aufmerksamkeit schenken würde.

In seiner Rede äußerte Ayatullah Dr. Ramezani folgende Aspekte: In den islamischen Lehren verkörpert das Gebet die Beziehung des Menschen zu Gott und das Fasten die Beziehung des Menschen zu sich selbst. Die Obliegenheit der Zahlung des Khoms und der Zakat unterstreichen und sichern die Beziehung des Menschen zu anderen Menschen. Im Zusammenhang internationaler Beziehungen wird auch das Thema der Haj- Pilgerreise angesprochen.

Die Reinheit des Körpers und des Geistes gehören zu den bedeutenden Angelegenheiten der Menschheit und das Fasten kann beide Arten der Reinheit sichern, sowohl die physische Reinheit des Körpers als auch die geistige Reinheit der Seele.

Das Fasten ruft zahlreiche individuelle Vorteile und Einflüsse hervor, wie beispielsweise positive geistige und körperliche Vorteile im Diesseits und auch im Jenseits. Das Fasten ist der bedeutendste Faktor bei der Entstehung von Tugenden und der Erhaltung der Großzügigkeit des Menschen und sorgt dafür, dass das Verhalten und die Sprache wie auch alle weitere menschlichen Aspekte im Gleichgewicht stehen und das wahre Ziel der Schöpfung der Menschheit verfolgen.

In Wirklichkeit wurde das Fasten zur Stillung spiritueller Bedürfnisse und göttlicher Orientierungen des Menschen veranlasst; Mittels der göttlichen Obliegenheit des Fastens fühlt sich der Mensch dem allmächtigen Gott näher und erfährt die Versöhnung mit Gott und sich selbst und anderen Menschen auf deutliche Art und Weise, sodass drei Probleme des Zornes Gott, sich selbst und den anderen Menschen gegenüber mittels des Fastens und einer besonderen Beachtung des wahren Wesens des Menschen behoben werden können.

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Für die Durchführung dieser göttlichen Obliegenheit muss man jedoch ihre Vorgaben und Sitten und Geheimnisse kennen und den Respekt dieses heiligen Monats bewahren und neben dem normalen Fasten auch dem Fasten der Gedanken und des Herzens ernsthaft Beachtung schenken. Selbstverständlich ist der wahre Islam, der solch heilige und göttliche Gebote besitzt und die Sicherheit und Ruhe des Körpers und des Geistes der Menschheit so signifikant beachtet gegen jegliche Art von Gewalt und Beängstigung innerhalb der Gesellschaft und dreht die menschliche Gesellschaft sogar mittels Rationalität und Spiritualität in Richtung Frieden, Ruhe und Sicherheit.

Der Islam besagt folgendes: Das Fasten besitzt eine beschützende und kontrollierende Funktion für den Menschen. Eine Person, die fastet, muss an alle anderen Menschen denken und dies ist ein bedeutender Aspekt, der in den Gebeten dieses Monats erwähnt und betont wird.

« اَللّهُمَّ اَغْنِ کُلَّ فَقیرٍ ، اَللّهُمَّ اَشْبِعْ کُلَّ جایِعٍ ، اَللّهُمَّ اکْسُ کُلَّ عُرْیانٍ ، اَللّهُمَّ فُکَّ کُلَّ اَسیرٍ ، اَللّهُمَّ اشْفِ کُلَّ مَریضٍ »

Ein weiterer Einfluss des Fastens liegt im Jenseits, da das Fasten den Menschen auf das Jenseits vorbereiten muss. In allen Religionen wird die Beziehung des Fastens und des Jenseits angesprochen. Wenn eine Person sowohl im Diesseits als auch im Jenseits Glückseligkeit erlangen möchte, so muss er den Lehren seiner Religion Beachtung schenken.

Im Anschluss an seine Rede betete Ayatollah Dr. Ramezani für alle Menschen und bat den allmächtigen Gott darum, den Menschen in diesem heiligen Monat mit geistiger Ruhe und Frieden zu segnen und den Menschen die Kraft zu schenken, sich bessern zu können.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Marx, und der Vorsitzende der EKD, Dr. Schneider, haben ebenfalls Grußbotschaften an die IGS gerichtet, welche von ihren Vertretern vorgetragen wurde.

Beim Abendmahl (Iftar) wurden interessante Gespräche geführt und natürlich das hoch spannende Fußballspiel zwischen Brasilien und Deutschland live in der IGS-Geschäftsstelle von den anwesenden Gäste verfolgt.

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