Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 56575
Datum der Veröffentlichung : 7/30/2014 1:00:41 PM
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Das Fitr-Fest

Das Fitr-Fest war die letzte Veranstaltung des Islamischen Zentrums Hamburg zu diesem gesegneten Monat der Gottesnähe. Es gilt als eines der beiden großen Feste der Muslime, das zum Abschluss des Fastenmonats Ramadhan gefeiert wird. Der eigentliche Name "Fitr-Fest" kommt von der Zakat-ul-Fitr, der Almosenabgabe, die spätestens in der Nacht zum Fest entrichtet wird. In diesem Jahr wurde der Betrag auf 7,50 € pro Person festgelegt.
Der Festtag beginnt, wie beim Opferfest auch, mit einem Festgebet. Das Gebet zum Fitr-Fest wurde unter der Leitung Ayatollah Dr. Reza Ramezanis gemeinschaftlich von über 1500 Gläubigen verrichtet



Ansprache zum Eid-ul-Fitr vom Imam und Leiter  des Islamischen Zentrums Hamburg Ayatollah Dr. Ramezaniam

 am Dienstag, 29. Juli 2014

 Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen

 Der Eid-ul-Fitr ist eines der bedeutendsten Feiertage für die Muslime und vor allem für den Fastenden, welcher nach einem Monat der Ergebenheit und Demut gegenüber Gott, nun voller Freuden darauf hofft, den Lohn Gottes entgegenzunehmen. Zweifellos erlangen diejenigen, die gute Taten vollbracht haben, sowohl im Diesseits als auch im Jenseits ihre Belohnung und Sündiger verlieren das Kapital ihrer Existenz.[1]

Der Eid-ul-Fitr ist ein Tag, an dem der Mensch das Gefühl bekommt, wieder geboren zu werden und in dem er, den angenehmen Duft des Glaubens mehr als je zuvor vernehmen kann. An diesem Tag besitzt alles den Duft und den Klang Gottes und die Menschheit findet sich im Strudel des Glaubens und des Austausches mit Gott wieder. An diesem Tag regnet der Segen Gottes auf seine Schöpfung nieder und viele erachten diese Gelegenheit, als angenehm und schließen mit dem großzügigen und vergebenden Gott, ein Bündnis und beschreiten den Weg der Demut.

Der Eid-ul-Fitr ist der Feiertag derjenigen, die den heiligen Monat Ramadan für sich genutzt haben. Dieser Tag ist der Tag der Befreiung von Verlockung und Lüsternheit. Der gläubige Mensch bemüht sich mit den spirituellen und geistigen Errungenschaften aus diesem Monat darum, die Schöpfung Gottes zu unterstützen und ihr bei der Lösung ihrer Probleme zu helfen.

 

Feiertage dienen in der islamischen Kultur in Wirklichkeit dazu, zu der eigenen Wahrheit zurück zu kehren und mit dieser bedeutenden Umsetzung geistiges, moralisches und praktisches Wachstum zu erlangen. Wenn das Opferfest, Mab'as[2], Ghadir[3] usw. als Eid (Feiertage) gesehen werden, dann liegt es daran, dass der Mensch seinen Lebens- und Existenzweg an diesen Tagen in Richtung der Annäherung zum allmächtigen Gott auslegen und beschreiten kann, sodass jeder einzelne erwähnte Feiertag bei der Leitung der Menschheit eine gravierende Rolle spielen kann.

Wenn der Mab'as als Eid bezeichnet wird, liegt das daran, dass der Prophet (s.a.s.) mit der Rezitation göttlicher Verse und der Lehre und Weisheit des Buches, den Menschen den Weg zur Glückseligkeit im Diesseits und Jenseits hinterließ, um somit die Menschheit von der Ehrfurcht vor dem Teufel, zur Ehrfurcht vor Gott zu führen. Diese Bedeutung ist in den anderen Feiertagen auch enthalten. Die Thematik der Leitung, der Entwicklung und der Prüfung des Menschen wird nämlich bei jedem Feiertag erwähnt. Diese Bedeutung existiert auch bei dem Eid-ul-Fitr, da der gläubige Mensch nach einer Phase der Bemühungen und Ernsthaftigkeit, für die Annäherung zum allmächtigen Gott seine Belohnung in diesem großen spirituellen Wettbewerb erlangen wird.

Aus diesem Grund stellt das Gebet des Eid-ul-Fitr mit jener Pracht und Herrlichkeit, eine Quelle der besonderen Erscheinung und Barmherzigkeit des allmächtigen Schöpfers dar und man kann die Vertrautheit zum geliebten Gott mittels Nutzung dieser Quelle, in Wirklichkeit viel besser denn je erfahren. Diese Bedeutung und Erkenntnis des Eid ist für Muslime sehr wichtig. Aus diesem Grund verpassen Menschen, welche sich mit Zeitvertreib und Vergnügen und ungültigen Taten beschäftigen, in Wirklichkeit die gegebenen Gelegenheiten.



Eines Tages sah Imam Hussein (a.s.) einige Menschen, die am Eid-ul-Fitr mit sinnlosen Spielen beschäftigt waren und laut lachten. Seine Exzellenz blieb einige Augenblicke stehen und äußerte danach folgendes: „Der allmächtige Gott hat den Monat Ramadan als Wettbewerbsbühne seiner Geschöpfe aufgestellt. Ein Tag, an dem sich die Geschöpfe mit der Einhaltung seiner Gebote und der Anziehung seiner Erheiterung gegenseitig überholen müssen. Ich wundere mich darüber, dass sich einige Menschen an diesem Tag, an dem gutmütige Menschen ihre Belohnung und schlecht gesinnte Menschen Verluste empfangen, Spielen und Gelächter widmen.

 

Der allmächtige Gott hat diesen Tag für die Würdigen als Eid erklärt. Aus diesem Grund muss man sehr viel an Gott denken und sich für seine Segen bedanken und den allmächtigen Gott viel öfter als zu anderen Zeiten anrufen, damit er uns Beachtung schenkt“.

Dies wurde nämlich in einer heiligen Rede seiner Exzellenz Imam Ali (a.s.) offenbart, in der er folgendes äußerte:

<< أَلَا وَ إِنَ‏ هَذَا الْيَوْمَ‏ يَوْمٌ جَعَلَهُ اللَّهُ لَكُمْ عِيداً وَ جَعَلَكُمْ لَهُ أَهْلاً فَاذْكُرُوا اللَّهَ يَذْكُرْكُمْ وَ ادْعُوهُ يَسْتَجِبْ لَكُمْ >>[4]

„Heute ist ein Tag, welcher seitens Gott für euch als Eid erklärt wurde und er sieht euch auch als würdig an. Denkt also an Gott, damit auch er an euch denkt und ruft ihn an, damit Gott eure Gebete auch erhört“.

 

 



[1] Nach der Interpretation seiner Exzellenz Imam Ali (A.S.):                                                                                                  << هَذَا يَوْمٌ‏ يُثَابُ‏ فِيهِ الْمُحْسِنُونَ وَ يَخْسَرُ فِيهِ الْمُسِيئُون >>.Vasayel Alshie. Bd. 7. S. 482.

[2] Mab'as ist der Tag, an dem Mohammad (S.A.S.) zum Propheten erklärt wurde.

[3] Ghadir ist der Tag, an dem Mohammad (S.A.S.) Imam Ali (A.S.) zu seinem Nachfolger erklärte.

[4] Sheykh Sadoogh: Man La Yahzar Alfaghih. Bd. 1. S. 517


 


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