Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42684
Datum der Veröffentlichung : 1/16/2014 8:59:00 PM
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Islamkunde 75 - Spiritualität 2 Redner: Ayatollah Dr. Reza Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg

Die Spiritualität ist eine Angelegenheit, der seit Anbeginn der Menschheit viel Beachtung geschenkt wurde.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
Die Spiritualität ist eine Angelegenheit, der seit Anbeginn der Menschheit viel Beachtung geschenkt wurde. Im Osten wie im Westen sind neue, spirituelle Strömungen entstanden. Das allein zeugt bereits von dem Bedarf nach Spiritualität und Seelenfrieden. Selbst viele Menschen, die oft enttäuscht und deprimiert worden sind oder mit seelischen Leiden zu kämpfen haben, versuchen inneren Frieden zu erreichen, indem sie nach dem Pfad der Spiritualität suchen.
Der seelische und psychische Zustand der Menschheit und ihre starke Neigung zu immateriellen Dingen ist so spürbar, dass der berühmte französische Autor, André Malraux[1] glaubt, dass das 21. Jahrhundert entweder ein Jahrhundert der Spiritualität sein wird, oder gar nicht eintritt. Manch ein Denker ist sogar der Überzeugung, dass spirituelles Leben nicht unbedingt an eine der großen und altbewährten Religionen der Welt orientiert sein muss, und dass jede Gruppe oder Sekte mit ihrer Weltanschauung dazu in der Lage ist, dem Menschen ein Gefühl des Friedens zu geben und so zur Spiritualität der heutigen Welt beizutragen.
Nach dieser Theorie zählt man auch die neuen Strömungen der Satanisten und Dämonenjäger zu den spirituellen Denkschulen.[2] Auf solche Ansichten sollte man etwas genauer eingehen, um festzustellen, ob es sich dabei um wahre Spiritualität handelt oder ob man es hier mit unechten Neigungen zu tun hat.
Ganz klar ist auf jeden Fall, dass es dem heutigen Menschen nicht gelungen ist, Frieden zu erlangen, indem er sich ausschließlich mit materiellen Angelegenheiten befasst. Auch die Wohlhabenden und die Mächtigen fühlen diesen Frieden nicht in ihrem Leben. Sie haben sogar mehr Probleme zu bewältigen als jene, die weniger wohlhabend und mächtig sind.
Jene, die in ihrer Selbstsucht gefangen sind und falsche Bedürfnisse in sich selbst und in ihrer Gesellschaft fabrizieren, werden niemals mit ihren materiellen Erfolgen zufrieden sein. Sie werden keinen Seelenfrieden erlangen, auch wenn sie die höchsten Ämter bekleiden und die Spitze der Macht erklimmen. Diese Menschen bilden sich nur ein, dass sie inneren Frieden erlangen, wenn sie an Macht und Reichtum dazugewinnen.
Heute muss man sich damit befassen, wie man dem Menschen ein echtes Gefühl der Sicherheit und des Friedens verleihen kann. Reichtum, Macht und selbst Wissen können für den Menschen zu einer Bedrohung werden, wenn sie nicht an Gott orientiert sind. Der Mensch muss sich an sein wahres Selbst wenden und die Perle seiner wahrhaftigen Existenz entdecken, sowie seine Beziehungen zu seiner Umgebung entsprechend gestalten und ordnen, damit er gedankliche und moralische Stabilität erreicht.
 


[1]Mir Ahmadreza Hodjati, „Die Epoche des Imam Khomeini“, Büchergarten, 10. Auflage, S. 84
[2]Ein Weg zur Freiheit, Mustafa Malikian, S. 376


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