Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42638
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 7:10:00 PM
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Islamkunde 60 – Islam und Freiheit 11 Redner: Ayatollah Dr. Reza Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg

Im Heiligen Qur’an wird in Bezug auf das Thema Freiheit, die Befreiung des Menschen von inneren sowie äußeren Einschränkungen betont.


Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

 

Im Heiligen Qur’an wird in Bezug auf das Thema Freiheit, die Befreiung des Menschen von inneren sowie äußeren Einschränkungen betont. Nur so kann der Mensch seine wahre Freiheit und Identität bewahren. Die Bewahrung der menschlichen Würde gehört zu den wichtigsten Anweisungen im Heiligen Qur’an und hier gibt es auch einen Unterschied zur Weltanschauung des Liberalismus. 

Freiheit wird in allen Denkschulen als etwas Positives gesehen, doch der Islam hält nur die Freiheit für sinnvoll, die einem Zweck dient und das Jenseits mitberücksichtigt. Im Liberalismus jedoch geht es in erster Linie um irdische Belange und Werte. Im Vordergrund stehen die materiellen Vorzüge, die durch die Freiheit erlangt werden können. Der Heilige Qur’an will den Menschen erziehen und sagt, dass jeder Mensch als aller erstes sich selbst erziehen muss. Doch dafür muss man sich zunächst richtig kennen und seine existentiellen Kapazitäten und Fähigkeiten identifizieren.

Im Heiligen Qur’an lesen wir: O ihr, die ihr glaubt, rettet euch und die Euren…“[1]

 


Der Mensch rettet und bewahrt sich, indem er alles dafür tut, um seine Würde zu bewahren, und indem er nicht über- oder untertreibt, um gut zu bleiben. Er soll nicht nur seiner Wollust und seinem Verlangen nachgehen. Der Heilige Qur’an erwähnt materielle Genüsse, damit der Mensch sein Leben lang bemüht ist, die verschiedenen, menschlichen Tugenden wie Reinheit, Weisheit, Mut und Gerechtigkeit anhand der materiellen Werkzeuge, die ihm zur Verfügung stehen, zu erlangen.

Die Freiheit ist sinnvoll, die auch Konsequenzen berücksichtigt, und diese Freiheit soll als Kriterium walten. Zweck dieser Freiheit ist nicht, die materiellen Genüsse alles anderem vorzuziehen. Gott hat außer den materiellen Genüssen, auch andere Genüsse für den Menschen vorgesehen, die mit Verstand, unmittelbarer Wahrnehmung und Spiritualität zu tun haben, und auch diese hat der Mensch anzustreben.

Er muss sich bemühen, seine Triebseele von allen sinnlosen Abhängigkeiten zu befreien, damit er die Wahrheiten der Existenz erfahren kann. Ansonsten würde er sich selbst den Zugriff darauf verwehren, und warum sollte er so etwas tun? Wozu soll ein Mensch, der die ganze Existenz wiederspiegeln und gar einen Blick auf die göttliche Schönheit und Pracht zeigen kann indem er seinen Geist läutert, diese Gelegenheit nicht nutzen? Warum sollte er sich nicht, ewige Glückseligkeit verdienen, indem er Gott dem Erhabenen gehorcht?

Zweifelsohne meinen auch die heiligen Propheten, wenn sie von der Freiheit sprechen, die Freiheit, die der menschlichen Würde gebührt. Gott der Erhabene hat dem Menschen so viele Mittel und Talente zur Verfügung gestellt, damit er sich anstrengt und sich selbst erzieht, und den Pfad des richtigen Lebens beschreitet. Der Mensch ist für die Ewigkeit geschaffen worden und muss sich auch auf die Ewigkeit vorbereiten. Es ist nicht Sinn und Zweck seiner Existenz, sich mit vergänglichen, belanglosen Dingen zu beschäftigen.

Der heutige Mensch muss zur Wahrheit, Spiritualität und zur Gehorsam Gott gegenüber zurückkehren und wissen, dass er niemals Frieden und Zufriedenheit erleben wird, solange er dies nicht tut. Wenn man in seinem Leben nicht Gottes gedenkt, dann wird man sich im Namen der Freiheit mit allem möglichen verunreinigen. Wir müssen daher alle bemüht sein, genauer und mit mehr Verstand auf die Existenz zu blicken.

Der Mensch ist nicht geschaffen worden, um zügellos seinen Genüssen nachzugehen. Die menschliche Gesellschaft wird mit Zügellosigkeit keineswegs ihr höheres Ziel erreichen. Ganz im Gegenteil: Erschöpfung und Verwirrtheit werden das Ergebnis sein. Um ewig zu leben, müssen wir uns Gottes Anweisungen unterwerfen und den Respekt vor dem Schöpfer bewahren, und sein Gedenken in allen Herzen lebendig erhalten.

 

[1] 66:6


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