Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42629
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 6:49:00 PM
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Islamkunde 51- Islam und Freiheit 2 Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrum Hamburg



Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.



Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

 

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Die Freiheit ist ein Thema, das von vielen westlichen sowie östlichen Wissenschaftlern diskutiert und kommentiert worden ist. Manche westliche Philosophen[1] sind der Überzeugung, dass es zweierlei Definitionen, nämlich eine negative und eine affirmative Definition, für die Freiheit gibt. Die negative Freiheit ist die Freiheit von Zwängen, und die positive ist die Freiheit, seinem eigenen Willen nachzugehen. Die negative Freiheit ist eher als die Freiheit von anderen Hindernissen zu sehen, ganz gleich, was dieses Hindernis ist. Es kann sich also um die Freiheit vom Gefängnis, von Fremden, von einem Tyrannen, vor den Machthabern etc. sein. Der Mensch will frei sein, und zwar frei von allen Dingen, die ihn sonst binden würden. Jeder Mensch hat zudem das Gefühl, dass er seinen eigenen Willen durchzuführen und seinen Lebensweg anhand der eigenen Entscheidungen zu gestalten hat. Er will existieren, seinen Willen durchführen und sein Kapital so, wie er es entscheidet, einsetzen.

Die negative Freiheit und die Beseitigung von Hindernissen sind zwar notwendig, aber nicht hinreichend, denn der Mensch sucht nach Wegen, um die Dinge zu tun, die er will. Er möchte, durch die positive Freiheit, die ihm gegeben ist, seinen eigenen Weg gehen.

Die Bemühung um negative Freiheit umfasst also, sich von verschiedenen Einschränkungen und von Druck zu befreien. Manche westliche Philosophen[2] definieren sie also wie folgt:

„Der Mensch ist frei, solange er sich nicht in die Angelegenheiten anderer einmischt.“

Diese Ansicht der Freiheit basiert auf den Ansichten des Liberalismus, welcher von englischen Philosophen thematisiert wurde.[3]

Die positive Freiheit baut mehr auf Verstand und Vernunft. Hier möchten wir uns einige Definitionen der positiven Freiheit ansehen:

  1. 1.     Ein freier Mensch ist jemand, der im Leben nur seiner Vernunft folgt.[4]
  2. 2.     Die Freiheit ist die eigenständige Vernunft.[5]
  3. 3.     Freiheit ist die Unabhängigkeit von allem bis auf ethischer Regeln, die von einem Gewissen oder dem praktischen Verstand wahrgenommen werden.[6]
  4. 4.     Freiheit ist für den Menschen, die Vorherrschaft der Seele.[7]

Manche sagen, dass die positive Freiheit die wahre Freiheit ist und die Theorie hierfür wurde zuerst in England entworfen. Diese Theorie hat es allerdings auch in antikem Griechenland gegeben, und wird auch in den Ansichten von Hegel und Kant gesehen. Hier werden mehr die wahre Freiheit und die freie Wahl betont, anders als beim (englischen) Liberalismus, der eher die negative Freiheit unterstreicht.[8] Die Grundlage für diese Ansicht ist die Freiheit des Menschen, sich auf seinen eigenen Verstand bzw. auf das eigene Gewissen zu stützen. Hier geht es nicht um Freiheit von Hindernissen und Zwängen.

Die Frage die hier aufkommt ist, ob diese beiden Freiheiten von Grund auf verschieden voneinander sind, oder ob man sie vereinen könnte.

Manche westlichen Philosophen[9] sind der Ansicht, dass der Unterschied zwischen negativer und positiver Freiheit nicht so tief verwurzelt ist, sondern dass diese beiden Definitionen eher paraphrasiert sind und der Unterschied im Grunde gesehen vernachlässigbar ist. Die Bedeutungen dieser beiden Arten der Freiheit sind nämlich nichts weiter als zwei verschiedene Ansichten ein und derselben Freiheit. Besagte Philosophen sind der Überzeugung, dass die Freiheit immer sowie die „Freiheit von“ ist, als auch die „Freiheit zu“, bzw. im Besitz von etwas zu sein.[10]

Sie schreiben der Definition der Freiheit drei Elemente zu:

  • Die Freiheit von wem?
  • Die Freiheit gegenüber was?
  • Die Freiheit von was und zu was?

Diese Gruppe der Philosophen sind der Meinung, dass die Freiheit eine einheitliche Bedeutung ist und die Unterschiede nur in der Auffassung sind und nicht in der eigentlichen Bedeutung.

Es scheint aber, dass dieser Unterschied laut der islamischen Jurisprudenz notwendig ist und eingehalten werden muss. Die negative Freiheit ist nämlich die Freiheit von Zwängen und Hindernissen während die positive Freiheit die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit des Menschen sowie seine Fähigkeit bedeutet, vernünftige Entscheidungen im Interesse seiner Ziele zu treffen. Ein freier Mensch kann seine eigenen Entscheidungen anhand seines Verstands und seines Gewissens treffen und sein eigener Herr sein. Er muss niemand anderem Folgen, und so unterscheiden sich diese beiden Freiheiten in ihrer Beschaffenheit und Bedeutung.


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