Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42612
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 6:08:00 PM
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Islamkunde 34 – Islam und Gerechtigkeit 5 : Individuelle Gerechtigkeit 2 Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des islamischen Zentrums Hamburg

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.



Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

 

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Es besteht kein Zweifel darin, dass es die Gerechtigkeit sowohl im Universum der Schaffung als auch in der islamischen Gesetzgebung gibt, und dass sie sich unabhängig vom Tun der Menschen verwirklicht. Diese Gerechtigkeit hat ihren Ursprung im göttlichen Willen, und da Gott die absolute Gerechtigkeit ist, hat er auch alles auf der Basis von Gerechtigkeit erschaffen. Hier möchten wir uns aber mit der Gerechtigkeit in der von den Menschen geschaffenen Ordnung befassen, welche durch den Willen der Menschen realisiert wird. Zweifelsohne wird der Mensch, ganz gleich in welcher Position er sich befindet, den hohen Zustand der Gottesfurcht erlangen, wenn er einen Schritt für die Gerechtigkeit (ob nun auf gesellschaftlicher oder individueller Ebene) unternimmt. Diese Gottesfurcht ist die Basis aller menschlichen Tugenden. Gott sagt darüber:

„Seid gerecht, das ist der Gottesfurcht näher. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist eures Tuns kundig.“[1]

Einer der wichtigsten Aufrufe aller monotheistischen Propheten war deswegen auch die Gerechtigkeit.

Die Geschichte bezeugt, dass die Propheten und göttlichen Sachwalter, immer wenn sie die Gelegenheit hatten, über eine Gesellschaft zu herrschen, eine auf Gerechtigkeit basierte Gesellschaft geschaffen haben. Dies sieht man auch in der Art und Tradition des hl. Propheten (s.), so wie Imam Ali (a.s.) über den Edelmutigen sagte:

„Es war stets die Art des hl. Propheten (s.), das Maß und die Gerechtigkeit aufrecht zu erhalten. Seine Tradition, seine Vervollkommnung und seine Worte haben stets das Recht von Unrecht getrennt, und seine Anweisungen waren Gerecht und Gut.“[2]

In den vergangenen Wochen haben wir einiges über die individuelle Gerechtigkeit und deren Arten besprochen. Da eine Behandlung des Themas Gerechtigkeit sehr ausführlich sein kann, werden wir uns hier mit einer weiteren Eigenheit der individuellen Gerechtigkeit befassen. Hier lässt sich die Gerechtigkeit in drei verschiedene Arten, nämlich Glaubensbezogene, ethische und Verhaltensbezogene Gerechtigkeit unterteilen. Die wichtigsten Aspekte des menschlichen Lebens haben nämlich mit seiner Überzeugung, seinem Verhalten und seiner Ethik zu tun. Jeder einzelne dieser Aspekte hat natürlich auch verschiedene Stufen, so dass derjenige, der einen stärkeren Glauben, eine festere Ethik und ein schöneres Verhalten hat, eine höhere Stufe der Gerechtigkeit erlangt hat.

Über die glaubensbezogene Gerechtigkeit sollte folgendes gesagt werden: jeder Mensch ist frei, an das zu glauben, was er möchte. Die inneren Überzeugungen eines Menschen sind gänzlich eine persönliche Angelegenheit und können nicht erzwungen werden. So wird der Mensch in seinem Glauben nicht vom Islam eingeschränkt, diese Religion zwingt niemanden dazu, an etwas zu glauben. Sie überbringt jedoch die klare Botschaft, dass man die Grenzen der Gerechtigkeit und des Maßes nicht überschreiten sollte und untersagt strengstens, andere zu unterdrücken oder ihnen gegenüber ungerecht zu sein. Er bezeichnet den Polytheismus als glaubensbezogenes Unrecht und rät der Menschheit davon ab. Der Polytheismus hat, als das größte, glaubensbezogene Unrecht im Laufe der Geschichte der menschlichen Gesellschaft die meisten und verheerendsten Schäden zugefügt, aus diesem Grund haben die monotheistischen Propheten auch die Menschheit zum Monotheismus aufgerufen und sie daran erinnert, dass:

„Sagt, dass es keinen Gott gibt außer Allah, und werdet erlöst!“

Der Vers „setze Allah keine Götter zur Seite; denn Götzendienst ist wahrlich ein gewaltiges Unrecht“[3] besagt, dass die glaubensbezogene Gerechtigkeit einen hohen Stellenwert hat und dass der Polytheismus als glaubensbezogenes Unrecht dem menschlichen Wachstum ein großes Hindernis ist, so dass es von Gott als ein „gewaltiges Unrecht“ bezeichnet wird.

Glaubensbezogenes Recht bedeutet, dass die Überzeugungen und Ideen ausgeglichen sind und alles seinen Platz hat. Glaubensbezogenes Unrecht hingegen ist der Fall, wenn man den richtigen Platz der Dinge in seinem Glauben nicht berücksichtigt. Wenn der Mensch an unwahre Dinge und an das Unrecht glaubt und daher die wahren Regeln des Universums nicht berücksichtigt, tut er sich selbst mit einem solchen Glauben Unrecht. Aus islamischer Sicht ist Monotheismus Recht und Polytheismus Unrecht. Ersteres ist glaubensbezogene Gerechtigkeit, während Letzteres glaubensbezogene Ungerechtigkeit ist, der Monotheist ist vom Glauben her gerecht, während der Polytheist ungerecht ist.[4]

Der hl. Qur’an warnt die Menschheit vor den üblen Folgen der Ungerechtigkeit und mahnt sie davor, Ungerecht zu sein und Unterdrückung auszuüben: „Und neigt euch nicht zu den Ungerechten, damit euch das Feuer nicht erfasse.“[5]

Damit ist klar, dass die glaubensbezogene Gerechtigkeit zu bedeuten hat, dass der Mensch seinen inneren Glauben auf Gerechtigkeit basiert und falsche, Gedanken und Überzeugungen ablegt. Glaubensbezogene Gerechtigkeit ist im individuellen sowie im gesellschaftlichen Leben eine Grundlage für alle andere Arten der Gerechtigkeit. Sollte sie nicht vorhanden oder mangelhaft sein, so wird der Mensch auch in anderen Aspekten seines Lebens keine Gerechtigkeit erleben.



[1] 5:8

[2] Nahdjulbalagha, Ansprache 93. S. 280

[3] 31:13

[4]

[5] 11:113


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