Islamisches Zentrum Hamburg
Delicious facebook RSS An einen Freund senden drucken speichern XML-Ausgabe HTML-Ausgabe Output PDF
Nachrichten Code : 42599
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 5:26:00 PM
Aufrufe : 1412

Islamkunde 20 – Islam und Glaube 12 Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des islamischen Zentrums Hamburg

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
 
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
Da der Glaube im Islam von großer Bedeutung ist, war es hier angebracht, die vorher erwähnten Themen kurz zu wiederholen. Der Glaube ist zweifelsohne eines der wichtigsten Themen in monotheistischen Religionen, vor allem im Islam. Der Qur’an befasst sich daher auf verschiedene Arten und Blickwinkeln mit diesem Thema. Viele Forscher studieren die Versen des Qur’ans überdies, um zu verstehen, woraus der Glaube denn besteht? Besteht der Glaube aus Erfahrung oder aus Überzeugung? Oder etwa aus Gehorsam, Vertrauen, Zuneigung, Abhängigkeit und Treue? Ist der Glaube eine Reaktion des Geistes oder ein aktives Verhalten dessen, und wenn Letzteres der Fall sein sollte, ist der Glaube optional oder nicht? Eine weitere Frage ist, was ist der Glaube zuzuschreiben?
Wenn der Mensch glauben soll, woran und an welche Wahrheit muss er glauben, damit er die Glückseligkeit dieser Welt und des Jenseits erlangt? Ein weiteres, wichtiges Thema ist der Zusammenhang zwischen Glaube und Wissenschaft und auch der zwischen Glaube und Taten. In den vergangenen Wochen kamen wir zu der Folgerung, dass der Glaube auf Kenntnis und Einsicht basiert und ein Zugeständnis und entsprechende, gute Taten erfordert. Der Gläubige bekundet aufgrund seiner Kenntnis seinen Glauben an Gott, an die Engelswesen, an die Propheten und an die heiligen Schriften, und bemüht sich, seinen glaubensbezogenen Pflichten und Verantwortungen nachzukommen. Der Glaube an Gott ist es nämlich, aufgrund dessen der Mensch von Gott beachtet und angesprochen wird. Die Pflicht fällt also auf Gläubige und diejenigen, die nicht Glauben, werden von Gott als nicht würdig erachtet und werden daher nicht als Gottesdiener anerkannt. Es wurde in den vergangenen Wochen auch gesagt, dass der Mensch sich selbst dazu entscheidet, zu Glauben und es darin keinen Zwang gibt. Auch der Qur’an besagt, dass die Bekenntnis zu einer Religion nicht erzwungen werden kann. Der Mensch jedoch, der sich für den Glauben entscheidet und seine Pflichten wahrnimmt, wird von Gott belohnt und handelt sich Glückseligkeit sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits ein. Diejenigen, die sich für die Irrwege des Ungültigen und der Unwissenheit entschieden haben, bereiten ihren eigenen Untergang vor. Ein weiterer Punkt war, dass Glaube und Wissenschaft sich nicht widersprechen, sondern sich ergänzen. Ein von Wissen und Kenntnis begleiteter Glaube beseitigt nämlich die Zweifel, die im menschlichen Herzen aufkommen und stärkt den Glauben an Gott. Der wahrhaftig Gläubige wird also mit Hoffnung, Freude und Enthusiasmus für das bessere Leben und das höhere Ziel beschenkt. Durch seine Überzeugung stärkt er seinen Glauben an Gott, verrichtet gute Taten, glaubt an die Wiederauferstehung und bekämpft den Polytheismus. Der Gläubige muss sich vor all dem in Acht nehmen, was seinem Glauben schadet, wie z.B. ein krankes Herz, Zweifel und Ungewissheit. Es wurde auch gesagt, dass die Kapazität für den Glauben im Herzen und in der Seele der Menschen zu suchen ist und in allen Menschen, ob Mann oder Frau, gleichermaßen vorhanden ist. Alle müssen bemüht sein, ihren Glauben auszubauen, so wie es der Qur’anvers „O ihr, die ihr gläubig geworden seid, glaubt an Allah und Seinen Gesandten…“[1] betont. Wer einen stärkeren Glauben besitzt, dem wird auch von Gott ein höherer Rang gegeben und die Menschen erlangen ihre wahre Persönlichkeit durch den Glauben und nicht durch Dinge wie Besitz und Macht. Der Mensch muss, um seinen Glauben zu bewahren, stets die Aufrufe Gottes und die Verse des hl. Qur’ans als Leben schenkende Regeln beachten.
In den vergangenen Wochen wurde auch gesagt, dass der Mensch durch seinen Glauben die göttlichen Prüfungen besteht und sich den Weg zur Steigerung und zum Fortschritt ebnet. Die wahren Gläubigen erfahren die Wahrheiten der Schöpfung zweifelsohne durch die Klarheit ihrer Herzen und entsprechend ihrer inneren Kapazitäten, was aber nicht zu bedeuten hat, dass man den Glauben auf Erfahrung reduzieren kann. Der Glaube setzt gnostische und innere Erfahrungen voraus, und klärt und reinigt des innere der Menschen, um sie für die Wahrheiten empfänglich zu machen.
Es muss daran erinnert werden, dass der Glaube nicht nur Gott gehört, sondern auf all das zu erweitern ist, was von ihm bestätigt wurde. Die hl. Propheten, die himmlischen Schriften, die Wiederauferstehung, die Engelswesen etc. Der Glaube an diese Dinge wirkt auf die menschliche Seele ein und ermöglicht ihm die Steigerung. Ebenfalls beachtenswert ist die Tatsache, dass der Gläubige Mensch seinen Mitmenschen gegenüber eine Verantwortung trägt. Er soll ihre Würde bewahren, ihnen Dienen und sie nicht hintergehen, und ihnen dabei helfen, sich spirituell und im Geiste zu steigern. Er hat sie mit Gerechtigkeit, menschlich und ethisch zu behandeln und ihnen dabei helfen, ihren materiellen sowie spirituellen Bedürfnissen nachzugehen. Der Qur’an besagt, dass Gott dem Menschen das gläubige Leben abverlangt, damit die menschliche Seele Frieden und Sicherheit findet, und sich in dieser Welt auf sein jenseitiges Leben vorbereitet.
Die Menschen handeln sich durch das gläubige Leben nicht nur die Zufriedenheit Gottes ein, sondern auch helfen damit auch, eine gläubige Gesellschaft zu verwirklichen.
Der Glaube hat verschiedene Stufen und Ränge, die der Mensch erklimmen kann. Je höher der Rang, desto stärker die Liebe, die Hoffnung und das Vertrauen an Gott. In den höheren Rängen erleben die Menschen die Wahrheitsliebe und das Vertrauen in Gott, dem Erhabenen. Dies hat nicht zu bedeuten, dass der Glaube als innere Erfahrungen auszulegen ist; vielmehr führt der wahre Glaube zu diesen Erfahrungen, denn die Bekenntnis zum Monotheismus und Taten, die dem Glauben entsprechen, werden vom Glauben erfordert. Diese Dinge und all das, was mit den seelischen Zuständen der Menschen zu tun hat, treten verstärkt vor, je stärker der Glaube ist.


[1] 4:135


Kommentar



Zeige nichtöffentliche