Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 193114
Datum der Veröffentlichung : 4/12/2018 7:06:00 PM
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Lehren aus dem Koran (4) Arroganz und Überheblichkeit (2)

Freitagsansprache von 12.01.2018
von Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg e.V

Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten

Arroganz – Einer der gefährlichsten Eigenschaften, die den Menschen zu Niederträchtigkeit und Elend leitet. Auch Imam Ali bezeichnet diese Eigenschaft als die schlimmste und größte Sünde: „Sei auf der Hut vor Arroganz, denn sie ist die größte Sünde und die abscheulichste Mangel, und Teufels Schmuck.“[1]

 

Arroganz gegenüber Gott

Diese Untugend führt den Menschen manchmal soweit, dass er sich allem und jeden gegenüber überlegen fühlt. Selbst gegenüber Gott und dem Propheten (gegrüßet sei er) und ihre Verordnungen. Dieses Gefühl der Überheblichkeit führt dazu, dass der Mensch sich über die Gesetze Gottes sieht, und glaubt, er verstehe mehr als alle anderen. Er kümmert sich nicht um die anderen und allem, was ihn betrifft, ist er überlegen. Feyz Kashani schreibt über diese Untugend: „Überheblichkeit ist auch gegenüber Gott – so, wie Namrud und der Pharao sich fühlten. Manchmal ist es auch gegenüber den Propheten. So wie einige unseren Propheten verunglimpften und sagten: `Dies ist der, den Gott unter uns auserwählt hat!´ Und manchmal ist es anderen Menschen gegenüber.“[2]

Überheblichkeit gegenüber Gott bedeutet, dass der Mensch sich der Gerechtigkeit widersetzt und sich den göttlichen Gesetzen nicht beugt. Er weiß zwar, dass diese Gesetze von Gott stammen, doch sieht sich über diese Gesetze.

Wenn diese große Sünde sich in die Seele des Menschen einbrennt, führt dazu, dass der Mensch sich erlaubt, Gott den Kampf anzusagen und sich ihm zu widersetzen. Genauso wie der Pharao, der die Unverfrorenheit besaß, zum Kampf gegen Gott auf einen Hügel zu steigen. Diese Überheblichkeit ging so weit, dass er behauptete, Gott auf Erden zu sein „Gewiß, Fir'aun zeigte sich überheblich im Land“[3], und beanspruchte diesen Thron „Er sagte: `Ich bin euer höchster Herr.´“[4], und das, wo Gott der einzige Schöpfer des Menschen ist, und für ihn Gesetze erschaffen hat, um in deren Schatten er Glückseligkeit in Diesseits und Jenseits erlangt.

Solche Menschen werden natürlich auch sich nicht den Gesandten Gottes beugen. Beispiele dafür gibt es genug im Koran, wie: Die Überheblichkeit, die das Volk Noahs gegenüber dem Gesandten Gottes zeigten. Noah, der zu den Propheten mit Schrift gehört und eine Scharia besitzt, wurde auserwählt, um den Menschen den Weg zu zeigen. Doch die Unwissenden, die zu seiner Zeit lebten, behandelten den Propheten ungerecht, und steckten die Finger in die Ohren und stülpten sich ihre Kleidung über den Kopf, nur damit die den Ruf Gottes nicht hören zu müssen. So eine Verhaltensweise ist eine klare Kampfansage gegen Gott und seinen Gesandten, nur damit sie – wegen ihrer Arroganz – nicht das Wort Gottes hören. Gott sagt hier: „Gewiß, jedesmal, wenn ich sie aufrief, damit Du ihnen vergibst, steckten sie ihre Finger in ihre Ohren, überdeckten sich mit ihren Gewändern, verharrten (im Irrtum) und verhielten sich sehr hochmütig.“[5]

Ein wichtiger Punkt, der in diesem Vers zu sehen ist, ist, dass sie sich der Rechtmäßigkeit Noahs und seiner Worte bewusst waren, und da sie dem nichts entgegenzusetzen hatten, steckten sie ihre Finger in die Ohren und verhüllten sich in ihre Gewänder. Diese Arroganz und Überheblichkeit führte dazu, dass das Volk nicht die Warnungen Noahs beachteten, und somit nicht der Strafe Gottes entkommen konnten. Selbst nachdem Noah vor der Strafe Gottes Warnte, lachten sie ihn aus, und als Noah die Arche baute, verspotteten sie ihn. Gott aber wandte das Blatt und die ganzen Verspottungen trafen sie selbst, und wurden für ihre Frevel bestraft. So antwortet er ihnen: „Er sagte: "Wenn ihr über uns spottet, werden auch wir über euch spotten, so wie ihr (jetzt über uns) spottet.“[6]

 

Schlusswort

Ein Zeichen der Arroganten ist, dass sie stets die Angelegenheiten, die nicht mit ihren Interessen übereinstimmen, verspotten, und sich über die Unterdrückten auf jede nur erdenkliche Weise lustig machen. Diese sehen sich über alle anderen und denken – aufgrund ihrer Unwissenheit – dass sie allwissend sind. Sie glauben, dass sie klüger sind, als die anderen.

Die Arroganz führte in der Vergangenheit viele Völker ins Verderbnis und vernichtete sie. Weil sie sie den Warnungen Gottes kein Gehör schenken wollten, und die Gesandten verspotteten, vernichteten sie sich selbst und ihre nächsten Bekannten. Auch heute ist es so, dass, falls die göttlichen Gebote nicht ernst genommen werden, werden Plagen – in einer anderen Form – die Gesellschaft heimsuchen, wie die Identitätslosigkeit, die die heutige Gesellschaft befallen hat. Der Mensch ist in Unwissenheit ertrunken, und begeht jede Form von Sünde.

 



[1] إيّاكَ والكِبرَ؛ فإنّهُ أعظَمُ الذُّنوبِ و ألأَمُ العُيوبِ، و هُو حِليَةُ إبليس Tamimi Amodi, Abdolvahid bin Mohammad, Gharrar al-Hikam va Darrar al-Kalam, S. 166, Überlieferung 22, Qom, Darolketab al-Islamiya, 2. Auflage, 1410 nach dem Mondkalender

[2] التكبر قد يكون على اللّه كما كان لنمرود و فرعون، و قد يكون على رسله كما كان لمن كان يقول: أهؤلاء منّ اللّه عليهم من بيننا، و قد يكون على سائر الناس Feyz Kashani, Mohammad bin Shah Morteza, al-Haqaiq, S. 91, eine Forschung von Mohsen Aqil, Qom, Darolketab al-Islamiya, 2. Auflage, 1423 nach dem Mondkalender

[3] إِنَّ فِرْعَوْنَ عَلَا فِي الْأَرْضِ, al-Qasas, Vers 4

[4] فَقالَ أَنَا رَبُّكُمُ الْأَعْلى, an-Nazi´at, Vers 24

[5] وَإِنِّي كُلَّمَا دَعَوْتُهُمْ لِتَغْفِرَ لَهُمْ جَعَلُوا أَصَابِعَهُمْ فِي آذَانِهِمْ وَاسْتَغْشَوْا ثِيَابَهُمْ وَأَصَرُّوا وَاسْتَكْبَرُوا اسْتِكْبَارًا, Nuh, Vers 7

[6] قالَ إِنْ تَسْخَرُوا مِنَّا فَإِنَّا نَسْخَرُ مِنْكُمْ كَما تَسْخَرُون, Hud, Vers 38



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