Islamisches Zentrum Hamburg
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Datum der Veröffentlichung : 4/22/2017 10:29:00 AM
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Spirituelle Itikaf-Zeremonie 2017 im IZH



Die Imam Ali Moschee war anlässlich der ayam-al-bidh (Tage des Lichts) am 11., 12. und 13. April 2017 (13., 14. Und 15. Des Monats Radschab) Gastgeber vieler spiritueller Besucher, die zur Teilnahme an der 13. spirituellen Itikaf [1]-Zeremonie im islamischen Zentrum Hamburg zusammenkamen. Dieses Mal kamen Muslime verschiedener Nationen aus diversen europäischen Ländern, wie: den Niederlanden, Belgien, Schweden, Italien, Frankreich, England, Österreich, Finnland, Portugal, Dänemark, der Schweiz und aus verschiedenen Städten Deutschlands, wobei das zunehmende Interesse der Jugendlichen besonders bemerkenswert war.

Für diese Zeremonie hatten sich 350 Personen angemeldet, von denen – aufgrund Platzmangel – 150 per Losentscheid ausgewählt wurden.



Das IZH hatte für die Teilnehmer verschiedene Programme vorgesehen; unter anderem Vorträge, Erläuterungen von Lehren, Fragen und Antworten, Ringe der Erkenntnis auf verschiedenen Sprachen, Koranezitation am Morgen und am Nachmittag, Trauerliturgie, Zeremonie anlässlich des Jahrestages des Dahinscheidens von Hazrat Zeynab, und der Umm-ul-Davud-Zeremonie.

Am ersten Tag dieser Zeremonie hielt der Imam und Leiter des IZH eine Rede. Er bezeichnete „Itikaf“ als eine Gelegenheit für den Beginn einer Veränderung im Inneren und des spirituellen Wachstums des Menschen, und fügte hinzu: Es erfüllt uns mit tiefer Freude, diese zahlreiche Präsenz im Islamischen Zentrum Hamburg zu erleben. Besoners, da in diesem Jahr – genauso wie in den Jahren zuvor – viele Junge und Mädchen aus ganz Europa anwesend sind. Dies zeigt, dass gläubige Jugendliche nach wahrer Spiritualität und Festigung ihres Bündnisses mit dem Himmelreich streben.

Die „Motakefin“ sollten sich bewusst sein, dass „Itikaf“ eine gute Gelegenheit für Gotteskenntnis und Selbstkenntnis ist. Es schafft im Menschen die Grundlage für Spiritualismus. Dies entsteht durch die besonderen Voraussetzungen dieses Gebets, wie die Anwesenheit in einer Moschee als eine heilige Stätte für die Nähe zu Gott.

Es steht außer Frage, dass, wenn diese Handlungen vierzig Tage andauern, sie zu unvorstellbaren Veränderungen im Menschen führen. Wichtig dabei ist nur, dass wir unser Herz dem eigentlichen Besitzer anvertrauen. Gott weiß, wie er dieses Herz leitet, denn er ist der Vertraute des Herzens und die größte Sehnsucht aller Gnostiker und Mystiker.

Der große Rechtsgelehrte und Mystiker, Moghaddase Ardebili, sagte einmal über Itikaf: Man darf nicht denken, dass Itikaf nur eine Voraussetzung für die anderen Gebete ist. Andere Handlungen, wie die rituelle Gebetswaschung und auch die religiöse Waschung, Voraussetzungen für andere Anbetungen, wie das tägliche Gebet und des Tawafs des Hauses Gottes, der Kaabe sind, doch Itikaf ist nicht so. Aufgrund der Handlungen und Riten, die für Itikaf genannt sind, ist Itikaf ein vollständiges Gebet. Schon, dass der Mensch, fastend und reingewaschen, drei Tage hintereinander in der Moschee verweilt und aus eigenem Willen heraus, erlaubte Taten für sich verbietet, und sich sowohl von leiblichen Düften, als auch von weltlichen Debatten entfernt, bezeugt davon, dass Itikaf ein vollständiges Gebet ist.

Vom geehrten Propheten wird über Itikaf überliefert: Wer von seinem Glauben heraus und Glauben an dem jüngsten Tag sich der Itikaf übergibt, dem werden seine früheren Sünden vergeben. Er wird einem Kind gleich sein, der gerade zur Welt gekommen ist. Mit anderen Worten ist Itikaf in der Lage, alle früheren Sünden zu vergeben, natürlich unter der Voraussetzung, dass derjenige sich Gott ergibt und seinen Verordnungen folgt.

An einer anderen Stelle seiner Rede bezeichnete der Leiter schiitischen Gelehrten und Theologen in der EU, Itikaf als eine Sammlung an Gebeten mit besonderen Auswirkungen, und fügte hinzu: Itikaf hat zahlreiche Auswirkungen und Segen, sowohl im individuellen, als auch im gesellschaftlichen Bereich, und führt zum spirituellem Wachstum und Verantwortungsbewusstsein, denn Itikaf ist eine ineinander verflochtene Ansammlung an Gebeten, Gebete, wie das Tagesgebet, Fasten, Tahajjud, Anwesenheit im Hause Gottes und gemeinsames Beten, Geduld und Ausdauer und Bemühung um Ausbau des Glaubens und der Spiritualität durch Annahme der Führerschaft und ..., von denen ein Jeder seine eigene Wirkung hat.



Fatemeh Zahra (Gegrüßet sei sie) weist in ihrer Fadakiye-Rede auf die Auswirkungen dieser Gebete, und fügt hinzu:

جَعَلَ اللهُ الإيمانَ تَطْهيراً لَكُمْ مِنَ الشِّرْكِ، وَالصَّلاةَ تَنْزِيهاً لَكُمْ عَنِ الكِبْرِ، والصِّيامَ تَثْبيتاً للإِخْلاصِ، وَطاعَتَنا نِظاماً لِلْمِلَّةِ، وَإمامَتَنا أماناً مِنَ الْفُرْقَةِ، وَالصَّبْرَ مَعُونَةً عَلَى اسْتِيجابِ الأْجْرِ، فَاتَّقُوا اللهَ حَقَّ تُقاتِهِ وَلا تَمُوتُنَّ إلا وَأنْتُمْ مُسْلِمُونَ وَ أطيعُوا اللهَ فيما أمَرَكُمْ بِهِ وَنَهاكُمْ عَنْهُ، فَإنَّه إنَّما يَخْشَى الله مِنْ عِبادِهِ العُلِماءُ

Gott hat euch den Glauben zur Wahrung vor Abgötterei, Gebet zur Reinigung vor Hochmut, Fasten zur Stärkung der Treue, Gefolgschaft unsereiner für Ordnung und Friede unter dem Volk, und unsere Führerschaft zur Sicherheit vor Zwietracht und Ausdauer für den Verdienst der Gaben Gottes gesetzt. Also zeigt Gotteserfurcht, seid fromm und verlässt die Welt als Muslime. Befolgt die Worte Gottes und hütet euch vor seine Verbote, denn nur die wissenden Diener haben Gottesfurcht.

Die Anwesenheit in der Moschee für die Nähe Gottes schafft eine starke Bindung zwischen Gott und dem Menschen, gibt dem Leben einen tieferen Sinn und stärkt dessen Spiritualität. Wir müssen wissen, dass unser Leben voller Mängel ist. Und Itikaf deckt die Mängel unsere Gebete und Gebetsrituale, denn vielen unserer Gebeten fehlen der notwendigen Beachtung und Hingabe, daher kann so ein Gebet einen Teil dieser Mängel beheben.

Itikaf bedeutet, an einem heiligen und spirituellen Ort zu verweilen, und beschränkt sich nicht auf den Islam. Auch in anderen Religionen gibt es dieses spirituelle Verweilen als ein Weg, um die spirituelle Schönheit zu genießen.

Itikaf ist die Stärkung des höheren Ich´s und die Erkennung der Wahrheit der menschlichen Existenz. Dieselbe Wahrheit, die dem Menschen seine Persönlichkeit vorzeigt, und dadurch die Natur des Menschen ins Gleichgewicht bringt.

Itikaf gibt den Jugendlichen die Gelegenheit, neben dem ganz persönlichen und gemeinschaftlichen Gebet, ein bisschen zu verweilen, mit Gott zu sprechen, sich selbst zu bewerten und durch Teilnahme an religiösen und sozialen Debatten, seine Rolle in der Gesellschaft besser zu erkennen.

Was hierbei besonders wichtig ist, ist die Wahrung der spirituellen Errungenschaften von Itikaf durch die Teilnehmer.



Während der Itikaf-Zeremonie hielten der Leiter der islamischen Akademie, Hudschatolislam val Moslemin Dr. Torabi; der Imam der Balal-Moschee, Hudschatolislam val Moslemin Heidari; Leiter der Kulturabteilung des Zentrums, Hudschatolislam val Moslemin Ansari und der stellvertretende Leiter des islamischen Zentrums Hudschatolislam val Moslemin Moussavi Reden und bildeten Kreise der Erkenntnis. Außerdem nahmen die islamischen Gelehrten: Herr Nezameddin Haeriye Shirazi, Fachexperte aus Österreich, Seyyed Mohsen Ale Batoul, stellvertretender Leiter der islamischen Akademie, Scheich Mohammad Mohsen, und Frau Dschahangiri an diesen Kreisen teil, und beantworteten die Fragen der Anwesenden.

Am Nachmittag des Abschlusstages der Itikaf begann um 14:30 die prunkvolle Zeremonie der Umm-ul-Davud-Zeremonie und die Teilnehmer sangen mit einer besonderen Hingabe einstimmig mit Ayatollah Ramezani das Umm-ul-Davud-Zeremoniegebet. Zweifellos werden die spirituellen Auswirkungen dieses Programms die Teilnehmer noch lange begleiten und sie auf das Verständnis des geheiligten Monats Ramadan und der Ghadr-Nächte vorbereiten.


[1] Innere Zurückgezogenheit










































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