Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 186659
Datum der Veröffentlichung : 4/14/2017 11:39:00 AM
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Die religiöse Lebensweise (4)


Freitagsansprache von 27.01.2017
von Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg e.V

Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

In Anbetracht der Tatsache, dass für die Gestaltung des menschlichen Lebens eines ideellen, ethischen und funktionellen Systems bedarf, muss er, wenn er die Früchte der Religion nutzen will, an alle Lehren der Religion glauben. So muss er an den weisen Gott glauben, und die Religion als eine Heilung aller Krankheiten sehen. So eine Sichtweise spiel eine wichtige Rolle bei der Koordinierung der monotheistischen und Denksystems. Was nun wichtig ist, ist, dass man an die Religion und den Überbringer der Religion glauben muss. Glauben an den Überbringer der Religion bedeutet, dass man die Worte desjenigen, an dessen Glaubwürdigkeit und Aufrichtigkeit glaubt, vom ganzen Herzen aufnimmt.[1] Im Wörterbuch steht unter Glauben: Bestätigung und Wahrheitswissen, Annahme und Aufrichtigkeit.[2] Da dieser Begriff aus zwei Worten, nämlich religiöses Glauben, besteht, ist man der Ansicht, dass man an die Religion glauben muss. Aus der Sicht der Erkenntnistheorie bedeutet dieser Begriff, wenn dem Menschen eine Definition aus der Religion vorgegeben wird, und der Geist den Inhalt und Bedeutung des Begriffes annimmt, so erreicht er das religiöser Glauben. Der religiöse Glauben ist die Annahme und Eingeständnis der Religion, die das menschliche Gehirn für die religiösen Angaben empfindet. Die arabische Übersetzung ist „العقیده“. In den Wörterbüchern wird dieses Wort wie folgt definiert: Der Glaube ist das, wovon sich der Mensch sicher ist, und einen positiven Glauben, von Zweifel entfernt, daran hat.[3]

Die eigentliche Bedeutung des Glaubens und Glaube an der Religion

Einer der Punkte, die man besonders in Betracht gezogen werden muss, dass Glaube nicht Wissen bedeutet. Wenn eine Person Wissen über Gott und weitere Religionswissen besitzt, wird er nicht automatisch Gläubiger genannt. Glauben ist die innere Bekundung und die Verknüpfung des Herzens mit dem Glauben. Mit dem religiösen Glauben meint Man den Glauben an die religiösen Lehren, die dem Herzen den Menschen entspringen, und tief in der Seele verwurzelt ist. Der Effekt eines solchen Glaubens ist, dass der Mensch mit seiner Vorgehensweise die wahren menschlichen Werte verwirklicht.

Bedeutung der religiösen Existenz

Was man mit der religiösen Existenz sagen will, ist nicht, was die Religion über das Recht der „Menschen zum Leben“ sagt. Obwohl es in den religiösen Thesen vieles über das Recht der Menschen zum Leben gesagt wird, und niemand das Recht hat, den Menschen um dieses Recht zu berauben. Denn im Koran steht ausdrücklich, wenn jemand ungerecht getötet wird, ist als ob alle Menschen getötet wurden. Gott sagt: dass wenn jemand einen Menschen tötet – es sei denn für (Mord) an einem andern oder für Gewalttat im Land -, so soll es sein, als hatte er die ganze Menschheit getötet.[4] Und auch wenn er einem Menschen das Leben schenkt, hat er allen Menschen das Leben geschenkt. So gesehen bedeutet religiöse Existenz, dass, wenn der Mensch nach den religiösen Lehren seine individuellen und sozialen Dimensionen aufbaut, und sich an die Worte Gottes hält, er beachtliche Ergebnisse in der materiellen Welt erzielen wird. Wenn eine Person an keine Religion glaubt und sich an keine hält, kann man dann sagen, dass er in Diesseits und Jenseits Glückseligkeit erhält? Oder anders gesagt: kann ein Mensch – ohne religiösen Glauben – in dieser und in der anderen Welt glücklich werden? Dem Ziel von der Schöpfung erreichen? Aus der Sicht der Religion ist die Antwort klar: Wahre Seligkeit und Erlösung ist ohne Religion nicht möglich! Imam Ali sagt in diesem Zusammenhang: Jeder, der an keine Religion glaubt, kann keine Rettung finden.[5] An einer anderen Stelle wird von ihm überliefert: Jeder, der sein Glauben verliert, der wird in Unwissen umherirren.[6] Bei einer Überlieferung, die Imam Ali vom Propheten bringt, wird gesagt: Ich befürchte nur, dass Ihr die Religion auf die leichte Schulter nimmt, und (mit Bestechungen) Urteile verkauft, und euch von euren Angehörigen abwendet, den Koran mit Klang und Gesang rezitiert, und jemanden, der in der Religion sich nicht von euch unterscheidet, zu eurem Vormund macht.[7]

In den nächsten Artikel werden wir darüber sprechen, dass der wahre Glauben damit beginnt, dass man zuerst die Religion kennenlernt und wahrnimmt, und ihn in allen Lebenslagen umsetzt, bis dann der Mensch die Auswirkungen des Glaubens in seinem Leben spürt.

 

 



[1] Moein, Mohammad, Farhange Moein, Band. 1, S. 469

[2] Dehkhoda, Aliakbar, Loghatnameye Dehkhoda, Band. 3, S. 4324

[3] Fiumi, Ahmah ibn Mohammad, Al-Mesbah al-Monir, 2. Band, s. 421, Qom, Darolhojrah, 2. Auflage, Bita

[4] Al-Maedah, Vers 32

[5] Tamimi Amodi, Abdolvahed bin Mohammad, Gharar alhokm va darar alkalam, S.587, Überlieferung 285, Qom, Dar alketab al eslami, 2. Auflage, 1410 nach dem Mondkalender

[6] Ebenda, S. 482, Überlieferung 23

[7] Ibn Babuye, Mohammad Ibn Ali, Oyun al Akhbar al Reza, 2. Band, S. 42, Überlieferung 140, Teheran, Djahan Verlag, 1. Auflage, 1378 nach dem Mondkalender


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